Langstreckenflug mit Kids

Eigentlich ist es keine große Sache, aber nachdem ich wohl auch zu den vermeintlich Verrückten* gehöre, die ihren Kids diese Mühsal „antun“ (Zitat meiner Oma) und doch auch immer wieder Mamas die Frage stellen…“wie war das eigentlich“…hab ich mir gedacht, ich könnte mal ein paar Tipps zusammenfassen auch wenn vieles davon logisch erscheint.

Nachtflug & Direktflug first!

Auch wenn es den einen oder anderen Hunderter mehr kostet: ein Direktflug ist Gold wert. Es gibt kaum so etwas Mühsames, als nach ein paar Stunden Flug mit Kind und Kegel auszusteigen um den Flieger zu wechseln. Beine vertreten ist hier weit überschätzt! Eine Zwischenlandung verlängert die Reisezeit um mind. 2 Stunden und die Chance Gepäck beim Umladen zu verlieren. Besser: Augen zu und durch. Herumspazieren kann man auch im Flugzeug.
Manchmal geht es natürlich nicht anders, weil man sich eine verrückte Insel-Destination ausgesucht hat. Hier ist es klug den ersten Flug so weit wie möglich zu nehmen. Danach tut ab und an ein Stop-over Aufenthalt richtig gut. 1-2 Tage Großstadt? Warum nicht? Kann man als Abenteuer verbuchen. Man will weniger Zeit verlieren? Ein Stopover im Flughafenhotel mit Pool tuts auch für 1 Nacht.
Auch Nachtflüge stehen in meiner Wunschliste ganz weit oben. Start um 23:30? Wunderbar. Die Chance dass die Kids einknicken ist so ein Stück höher. Wenn das Boardpersonal dann auf Nachtmodus umstellt (Rollos schließen und Licht aus) erzähle ich den Kids dass die total streng sind und sich vor allem Kinder daran halten müssen. Ein „Achtung sie kommt“, wenn die Flugbegleiterin vorbei huscht…regt das noch zusätzlich an 😉

Kapuzenpullis olé!

Immer super, weils oft von oben zieht (und man beim Schlafen mehr Ruhe hat) sind meiner Ansicht nach Kapuzenpullis. So sind die Ohren gut vor der Klimaanlage geschützt und auch Hals und Nacken sind gut zu. Die guten Hoodies gehen sogar über die Augen, für alle, die keine Schlafmasken mögen. Ich packe auch immer noch ein Strandtuch (Pareo) ein, der sich super als Zelt über die Sitze spannen lässt. Die Kids lieben es, versteckt zu sein.

F* off Bakterien

Beim Fliegen fängt man sich schnell Allerlei. Das liegt an der Luft und am Austrocknen der Schleimhäute. Deswegen gilt: Nasenspray für alle. (Und bitte jeder einen Eigenen. Lt. HNO Doc sollte man die niemals teilen). Wenn man dann ab und an sprüht, ist das die halbe Miete um dem Kranksein im Urlaub vorzubeugen. Der billige Meersalzspray aus der Drogerie reicht übrigens aus.
Es ist auch wichtig, viel zu trinken. Allerdings helfen die Mini-Becher Wasser, die man bekommt oft nicht, den großen Durst zu löschen. Ich fülle NACH der Securitykontrolle am Flughafenklo in Wien gerne meine Flaschen nochmal randvoll mit Wasser auf.

Bestechungstaktik

Natürlich kommt der Moment, wo es fad wird. Dann hilft ein Lutscher (der hält auch eine Weile) und nein…das Flugzeug ist nicht der richtige Ort für Ernährungsweisheiten in Form von Karottensticks. Hier darf man (zum Wohle aller) auch mal die fünf gerade sein lassen. Wenn die Kids gar zu dreist nach nehmen, mache ich den (Gummibärli) Sack zu und gebe bekannt, dass die Ration für diese Stunde aufgebraucht ist.
Malbuch, Stickerhefte, Rätsel, Lieblingskuscheltier…alles was unterhält ist natürlich mit an Board…wobei natürlich folgendes im Unterhaltungsfaktor ungeschlagen ist:

Viva el ipad

Grundsätzlich hilft es enorm, wenn Kinder bei ihrem ersten Langstreckenflug ein i pad fähiges Alter haben…also etwa 4 Jahre alt sind. Damit ist garantiert, dass nicht nur Mama und Papa auch mal zeitweise Ruhe haben…auch die Umgebung wird es einem danken. Unbedingt vorher Spiele, Filme etc. downloaden. Kleiner Tipp: Der Flughafen Wien hat ein sensationelles Downloadtempo. Im Worst Case also ruhig noch vor dem Gate downloaden was das Zeug hält. Amazon & Netflix Downloadbereiche kann man hier noch bis zum Rand auffüllen.

Wichtig: gute Kopfhörer, die man auch ein paar Stunden aushält. Wer kein i pad hat und auf den Flugzeug-Screen angewiesen ist, tut sich mit guten Kopfhörern auch einen Gefallen. Die vom Flieger passen den Kids nämlich nicht!!
Auch gut zu wissen: Die Filme sind oft nicht auf Deutsch oder nur mit Untertitel, so kann es sein, dass die „ach so große“ Bibliothek für die Kids schnell fad wird. Außerdem wird das Programm manchmal angehalten (kommt auf die Fluggesellschaft an) das kann für die Kinder auch ärgerlich sein. Besser also man sorgt mit einem Tablet oder Handy mit gutem Speicher vor. Und auch wichtig: Reserveakku/Ladestation nicht vergessen.

Immer diese Ohren
Wegen der kürzeren Eustachischen Röhre in den Kinderohren und dem selteneren automatischen Druckausgleich, tut bei den Kleinen das Landen oft in den Ohren weh. Was hilft: trinken, saugen, essen (Kaugummi), schneuzen, gähnen…Wenn das Kind schon älter ist, kann man beim Landeanflug auch mal darauf aufmerksam machen, dass man die Ohren knacksen lassen kann/soll. Nase zuhalten, Mund zu und pusten.
Das heiße, feuchte Tuch in zwei Pappbechern auf die Ohren soll auch helfen…die Flugbegleiterinnen machen das gerne, wenn man danach fragt. Einfach Lampe oben drücken, nur keine Hemmungen…die kommen lieber um bei Kindern zu unterstützen als Gin Tonic süchtige Passagiere zu bewirten. -No worries!

*Verrückt wäre es, den Kindern die Welt nicht zu zeigen…wenn man die Möglichkeit dazu hat sollte man jede Gelegenheit dazu am Schopf packen!