Eltern-Entertainment

Erinnern Sie sich an ihre eignen Blockflöten-Konzerte, Tanzvorstellungen und Schul-Musicals? Der Moment, an dem man wartet, dass Mama und Papa auftauchen und man dann mit Lampenfieber die große Aufführung wagt?!

Das ist wichtig. Keine Frage. Allerdings habe ich das Gefühl, dass die Performances für Eltern langsam überhand nehmen. Vor allem wenn mehrere Kinder Einladungen für Konzerte zu Hause abliefern und man ja eigentlich auch noch arbeiten sollte. Nicht zu kommen ist definitiv keine Option. Man möchte ja niemanden enttäuschen.

Alleine in den nächsten 2 Wochen erwarten mich 5 Aktivitäten, die vom Chor-Konzert bis hin zur Tanzaufführung gehen und mich organisatorisch ziemlich in die Bredouille bringen. Heutiger Showstart: 14:30….wieder ein Tag an dem man die Arbeit einkürzen und den Chef um Verständnis bitten muss. Zum Glück startet das Chor-Konzert in der nächsten Woche erst um 18:00 Uhr.

Eigentlich auch schlecht, weil was macht man in der Zwischenzeit mit dem deutlich jüngeren Nachwuchs? Mitnehmen und erwarten, dass sie solange still sitzt bis alle Chorkinder ihr Programm durchgesungen haben? Vielleicht schafft es ja Papa mal zeitiger aus dem Büro und ich kann sie in einer Pause bei der Stadthallentür rausschubsen, damit sie nicht allzu spät ins Bett kommt. Und die für den Eintritt nötige „Schoßkarte“? Hab ich natürlich nicht gekauft. Der Optimismus, dass sich alles besser ausgeht, war vor 2 Monaten einfach noch zu groß.

Für den Event im Hort möge man bitte in Tracht erscheinen. Um 15:30 Uhr. Wieder so eine Zeit. Wie machen das Vollzeit arbeitende Mütter bloß? Mein Kind ist übrigens der Meinung, dass ich jedenfalls im Dirndl dort antanzen soll. Wo wäre denn sonst der Spaß. Das Mama sich im Büro nicht zum Kasper machen möchte, ist nicht leicht zu verstehen. Na immerhin gibts beim Schul-Elternabend ein paar Tage später keinen Dresscode.

Das Blockflötenkonzert. -Ebenfalls 15:30. Ich freue mich schon auf die gefühlten 40 Grad in der gläsernen Schulaula und die ersten Versuche der kleinen Musikanten. Dauert aber nur 45 Minuten, das sollte zu schaffen sein. Und immerhin muss ich dafür keine Schoßkarte bezahlen.

Den Tanz-Höhepunkt des Jahres hab ich heute beiwohnen dürfen. Über 2 Stunden (!) bewunderten wir Tanzperformances, die rund 300 Kinder in ca. 2 h „einstudiert“ hatten. De facto erinnerte es mich an einen Kinder Aerobic Kurs.
Pro Tanz etwa 75 Kinder, die mehr oder weniger die Bewegungen eines Vortänzers im Kollektiv nachmachten.

Muss man sich das wirklich geben?
-Man muss. Nichterscheinen = Rabenmutter
Alleine, dass ich ehrlicherweise nur mäßig begeistert war, löst in mir ein schlechtes Gewissen aus. Darf man das als Mutter überhaupt denken?

Zum Glück war es am Weg von der Arbeit zum Event nicht mehr möglich, die Kleine abzuholen. Über diesen Umstand war ich vor allem angesichts der Tatsache froh, dass es am Aufführungsort nicht mal einen Getränkeautomat gab. Wäre mühsam geworden. (Und nein, ich habe nicht immer eine Plastikflasche dabei, die ich am Klo auffüllen kann. Schon vergessen? Ich bin eine Bad Mom).

Nachdem die Show sooo toll war, dass sie volle 40 Minuten länger als geplant gedauert hat, kam ich kurz nach 17 Uhr in den Kindergarten um mein brüllendes Kleines entgegenzunehmen. Die Enttäuschung, dass sie als Letzte abgeholt wurde war einfach grenzenlos. Mama hats wiedermal vermasselt. 

Nun dann. Freuen wir uns mal auf die kommenden Events.